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Kurzfilm „Im Sturm“

Wie fühlt es sich an, als Kind Verantwortung für ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu übernehmen? Zehntausende Kinder und Jugendliche in Österreich kennen diese Situation. Trotzdem bleiben sogenannte „Young Carers“ gesellschaftlich oft ungesehen. Mit dem Kurzfilm „Im Sturm“ machen Studierende der FH Salzburg ihre Lebensrealität sichtbar und erlebbar.

Filmstill: zwei junge Frauen umarmen sich im warmen Licht

Rund 43.000 Kinder und Jugendliche übernehmen in Österreich regelmäßig Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige. Als sogenannte Young Carers kümmern sie sich um Eltern, Geschwister oder andere Familienmitglieder. Eine Lebensrealität, von deren Ausmaß auch das Filmteam zunächst überrascht war. „Die Zahlen haben uns wirklich betroffen gemacht“, erzählt Patrick Mercelat, der den Film gemeinsam mit Elias Engelhardt und Maximilian Pfeiffer umgesetzt hat.

Der Anstoß für das Projekt kam von der Pflege-Unterstützungs-App „Alles Clara“: Für ihre Kick-off-Kampagne wurden Ende 2025 Studierende aus dem Bachelor- und Masterstudiengang MultiMediaArt eingeladen, Filmideen zum Thema Young Carers zu entwickeln. Patricks Team überzeugte mit seinem Pitch. „Am Anfang wussten wir selbst viel zu wenig darüber, wie viele Kinder Angehörige pflegen und was das für ihren Alltag bedeutet“, erzählt Patrick.

Aus der umfangreichen Recherche des Drehbuchautors entstand eine Hauptfigur, die bewusst nicht nur als Heldin dargestellt wird: Sie übernimmt Verantwortung und ist stark, darf zugleich aber zerbrechlich sein und Fehler machen. „Genau das macht sie sehr menschlich. Und dadurch geht einem ihre Geschichte nahe“, erzählt Patrick.

Filmset in der Filmproduktionshalle der FH Salzburg: aufgebautes Wohnzimmer unter Scheinwerfern
Filmteam bei Dreharbeiten im nachgebauten Wohnzimmer
Zwei Darstellerinnen am Set zwischen Scheinwerfern
Darstellerinnen und Team besprechen eine Szene am Set

Am Set in der Filmproduktionshalle der FH Salzburg

16-mm für mehr Nähe

Schon früh stand für das Team fest, dass „Im Sturm“ analog auf 16-mm-Film gedreht werden sollte. Vor allem Kameramann Maximilian Pfeiffer wollte bei diesem Thema unbedingt mit dem Material arbeiten: „16 Millimeter hat etwas sehr Menschliches und Persönliches, das gut zu dieser Geschichte passt. Hinter statistischen Zahlen stehen junge Menschen und ihre Geschichten. In unserem Kurzfilm machen wir sie für einige Minuten sichtbar.“

Gleichzeitig verlangte das analoge Arbeiten dem Team einiges ab. Filmmaterial ist begrenzt; jede Einstellung muss sorgfältig vorbereitet werden, und das entwickelte Material ist nicht sofort verfügbar. Entsprechend intensiv wurde vor dem eigentlichen Dreh geprobt. „Das war eine spannende Herausforderung. Man arbeitet viel bewusster, weil man nicht einfach unbegrenzt drehen kann“, erklärt Maximilian.

Vier Tage lang wurde Anfang Juni gedreht, ein wesentlicher Teil davon in der neuen Filmproduktionshalle der FH Salzburg, die hierfür perfekte Bedingungen schaffte. Statt eine reale Wohnung als Location zu nutzen, baute das Team bereits zwei Wochen vor Drehbeginn ein eigenes Set in der Filmhalle auf. So ließen sich Licht, Kamera und die besonderen Effekte des Films präzise steuern.

Premiere beim renommierten Europäischen Forum Alpbach

„Im Sturm“ eröffnete eine Diskussion über Young Carers beim Europäischen Forum Alpbach und wurde anschließend im Feuerwehrhaus in Alpbach einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Der Film wurde zum Ausgangspunkt für ein Gespräch über ein häufig verborgenes Thema.

Nun soll „Im Sturm“ weiterreisen. Das Team plant, mit der Unterstützung der FH, Einreichungen bei verschiedenen Festivals und Awards. Parallel arbeiten die drei Studierenden an ihren Masterarbeiten und an weiteren Projekten.

Vorschaubild des Kurzfilms „Im Sturm“ auf YouTube
warum! – Das Magazin der FH Salzburg

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Kurzfilm Im Sturm“: Wenn junge Menschen große Verantwortung tragen