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Reavo: Wiederbelebung trainieren, bevor es darauf ankommt
Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde, und doch zögern viele Menschen zu handeln: Aufgrund von Angst, Unsicherheit und fehlender Übung. Diese Scheu möchte FH-Absolventin Alena Friedrichsen Ersthelfer*innen nehmen. In ihrer Abschlussarbeit am Studiengang Design & Produktmanagement entwickelte sie eine öffentlich zugängliche Trainingsstation, an der Menschen Wiederbelebung spielerisch und unkompliziert üben können.
Die Idee von Alena verbindet Hardware mit Gamification: Auf einem druckempfindlichen Pad wird eine Herzdruckmassage simuliert, LEDs geben Feedback zur Drucktiefe und zum Rhythmus, und ein spielerisches Interface führt durch die kurze Trainingseinheit. Die Stationen sollen dort stehen, wo Menschen ohnehin Zeit verbringen, etwa an Flughäfen, Universitäten, in Museen oder bei Veranstaltungen. Mit dem Health-Impact-Startup will das Team um Reavo Berührungsängste abbauen und mehr Menschen die Sicherheit geben, im Notfall tatsächlich zu handeln.

Die Reavo-Trainingsstation
Mit ihrer Idee konnte Alena Friedrichsen bereits überzeugen: Reavo holte beim ideaUP! Ideenwettbewerb von Startup Salzburg 2025 den ersten Platz. Seit Oktober 2025 wird das Team als Fellow vom FHStartup Center der FH Salzburg begleitet und profitiert dabei von Netzwerk, Know-how, Infrastruktur und Laboren der Hochschule und ihrer Partner.
Ein Meilenstein in der Entwicklung war der erste öffentliche Test der Pilotstation in der Praxis. Im Juli 2026 wurde die Station beim Tag der Ersten Hilfe in München erstmals öffentlich getestet. Auf dem Münchner Marienplatz konnten Besucher*innen mit und ohne medizinischen Hintergrund die Station ausprobieren und dem Team direkt wertvolles Feedback geben.
Tag der Ersten Hilfe, Marienplatz München, Juli 2026
3 Fragen an Alena Friedrichsen
Wie man Leben retten üben kann
Alena, wie entstand die Idee für ein Übungstool zur Reanimation?
Reavo entstand durch die Kombination meines medizinischen Backgrounds sowie des Erlernten im Designstudium an der FH Salzburg. Seit 2021 arbeite ich nebenberuflich im Krankenhaus auf einer internistischen und einer Palliativstation und habe dort mehrere Schlüsselerlebnisse bei Reanimationen von Patient*innen erlebt. Während ich im professionellen und geschützten Rahmen des Krankenhauses wusste, wie ich bei einem Herzstillstand zu handeln habe, wurde mir bewusst, dass mir im Ernstfall außerhalb des Krankenhauses diese Sicherheit fehlen würde. Bei der Wahl des Themas meiner Bachelorarbeit knöpfte ich mir genau diese Unsicherheit vor. Eine Unsicherheit, die nicht nur bei mir, sondern in großen Teilen der Gesellschaft vorliegt.
Was habt ihr vom Tag der Ersten Hilfe in München für die Weiterentwicklung mitgenommen?
Unsere Learnings reichten von Hard- bzw. Softwareverbesserungen bis zu ganz ambivalenten Reaktionen der Nutzer*innen. Wir konnten viele Verbesserungen für die Verständlichkeit der Spieloberfläche und der User Experience sammeln, und auch die Höhe und die Drucksensibilität des Druckpads benötigen noch Anpassungen. Zudem waren die Reaktionen spannend: von Nutzer*innen, die nach Stunden wiederkamen, um nochmal ihren eigenen Highscore zu brechen, über Personen, die bei der Körper-Spielkoordination etwas Unterstützung benötigen, bis hin zu vielen positiven Stimmen zur Relevanz des Themas und der Umsetzung mittels Gamification als neuartigen Ansatz. Das bestätigt uns natürlich, dass wir mit Reavo den richtigen Weg gehen und durch die Umsetzung eines Tages tatsächlich Veränderung schaffen können.
Wie geht es aktuell weiter? Was sind eure nächsten Schritte?
Gemeinsam mit meinen Co-Foundern Linda Jäger und Julius Jungwirth optimieren wir aktuell die Software und suchen nach Möglichkeiten, die Pilotstation zu einem serienfertigen Produkt zu entwickeln und bauen zu lassen. Gleichzeitig sind wir im Partnernetzwerkaufbau für spätere Aufstellungsorte und auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten der Pre-Seed-Phase.

Das Reavo-Team: Alena Friedrichsen mit ihren Co-Foundern Linda Jäger und Julius Jungwirth

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