Interview
Zukunft gestalten: Die neue Leitung des IT-Departments
Im Mai 2026 hat Cornelia Schneider die Leitung des Departments Information Technologies and Digitalisation an der FH Salzburg übernommen. Sie folgt auf Gerhard Jöchtl, der das Department über mehr als 30 Jahre hinweg aufgebaut und maßgeblich geprägt hat – heute zählt es zu den zentralen IT-Ausbildungseinrichtungen Österreichs und gilt als bedeutender Forschungspartner der Region.
— Frau Schneider, Sie haben im Mai die Leitung des IT-Departments übernommen. Welche Expertise bringen Sie mit und was hat Sie nach Salzburg geführt?
Ich war rund sieben Jahre an der FH Wiener Neustadt tätig und habe dort unter anderem das Institut für Informatik aufgebaut. Zuvor war ich mehrere Jahre in der Industrie sowie in Forschungsprojekten tätig. Meine fachliche Basis liegt im Software Engineering für Medizin. Im Anschluss habe ich mich stärker der Forschung gewidmet und war rund zehn Jahre bei Salzburg Research, wo ich auch im Bereich Bewegungsdatenanalyse promoviert habe. Salzburg ist für mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich ein idealer Standort – als gebürtige Pinzgauerin freue ich mich, hier zu gestalten.
— Was ist Ihre Vision für das Department?
Unser Ziel ist klar – ich kann, glaube ich, mit gutem Gewissen für das ganze Team sprechen: Wir wollen Salzburg als Standort für Digitalisierung und angewandte Informatik weiter stärken. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf Industrial Informatics, also der Verbindung von IT und industriellen Anwendungen – ein Bereich mit enormem Innovationspotenzial für die Region – wo man auch gut mit Health Care Themen anknüpfen kann. Darüber hinaus sehen wir unsere Schwerpunkte in Systems Engineering, Cyber Security, Künstlicher Intelligenz und Robotik. Wir wollen sowohl für Studierende als auch für Unternehmen die erste Adresse sein, wenn es darum geht, technologische Entwicklungen nicht nur zu verstehen, sondern auch aktiv mitzugestalten.

Übergabe: Cornelia Schneider folgt auf Gerhard Jöchtl. © FH Salzburg/wildbild
Gerhard Jöchtl hat über drei Jahrzehnte hinweg das IT-Department aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Besonders hervorzuheben sind sein Engagement für praxisnahe Lehre, der enge Austausch mit der Wirtschaft sowie der kontinuierliche Ausbau von Forschung und Studienangeboten im IT-Bereich. Das Department zählt heute zu den zentralen Ausbildungseinrichtungen für Informationstechnologie und gilt als bedeutender Forschungspartner in der Region – eine Entwicklung, die maßgeblich auf seine langjährige Arbeit zurückzuführen ist.
— Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzen Sie bei der Weiterentwicklung der Studiengänge?
Ein zentraler Schritt ist aktuell die Überarbeitung des Bachelorstudiums Informationstechnik & System-Management, um Inhalte noch stärker an aktuelle Anforderungen anzupassen. Darüber hinaus denken wir über weitere Weiterentwicklungen nach – insbesondere im Hinblick auf Software oder Systems Engineering, Industrial Informatics sowie die stärkere Integration von KI und Cyber Security.
Wichtig ist uns dabei, bestehende Stärken gezielt auszubauen und gleichzeitig neue Themen sinnvoll zu integrieren – auch in Zusammenarbeit mit anderen Departments und Partner*innen.
— Wo sehen Sie die Zukunftsfelder in Lehre und Forschung?
Zu den wichtigsten Zukunftsfeldern zählen Künstliche Intelligenz, Cyber Security und Systems Engineering – insbesondere im Zusammenspiel mit industriellen Anwendungen. Gleichzeitig beobachten wir technologische Entwicklungen wie etwa Quantencomputing sehr genau. Unser Anspruch ist es, nicht nur am Stand der Technik zu bleiben, sondern aktiv zur Weiterentwicklung beizutragen.
— Welche Kompetenzen werden IT-Absolvent*innen der Zukunft mitbringen müssen?
Neben fundiertem technischen Know-how werden vor allem systemisches Denken, Schnittstellenkompetenz und die Fähigkeit, komplexe Systeme zu gestalten, immer wichtiger. Gefragt sind Absolvent*innen, die nicht nur entwickeln können, sondern auch Anforderungen verstehen, Lösungen einordnen und in größere Zusammenhänge integrieren. Lebenslanges Lernen ist dabei selbstverständlich.
— Viele Projekte entstehen gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft. Wo sehen Sie weiteres Potenzial?
Die FH Salzburg ist hier bereits sehr gut aufgestellt – etwa in Bereichen wie Industrial Informatics, Smart Grid oder Smart City. Zusätzlich sehen wir großes Potenzial in der weiteren Verzahnung von Software bzw. Systems Engineering, industriellen Anwendungen und Life Sciences/Digital Health and Care. Gerade hier können wir unsere technische Expertise noch stärker einbringen und gemeinsam mit Partnern weiterentwickeln.
— Ein Blick in die Zukunft: Wo soll das IT-Department in fünf Jahren stehen?
Unser Ziel ist es, die erste Anlaufstelle für Informationstechnologie und Digitalisierung in Salzburg zu sein – in Lehre, Forschung und Kooperation mit der Wirtschaft.
Was bedeutet Ihnen persönlich Sicherheit, Cornelia Schneider?

Cornelia Schneider leitet seit Mai 2026 das IT-Department der FH Salzburg.
Über Cornelia Schneider
Die gebürtige Pinzgauerin Cornelia Schneider bringt umfassende Erfahrung aus Wissenschaft, Forschung und Industrie mit nach Salzburg. Zuletzt leitete sie sieben Jahre das Institut für Informatik an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Zuvor war sie unter anderem bei Salzburg Research tätig, wo sie rund ein Jahrzehnt forschte und ihr Doktorat im Bereich der digitalen Erfassung, Verarbeitung und Evaluierung menschlicher Bewegungsdaten im Kontext von Active und Assisted Living abschloss.
Cornelia Schneider im Porträt

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