Für Pessimismus ist es zu spät


An der FH Salzburg gibt es seit dem Frühjahr erstmals eine Nachhaltigkeitsbeauftragte. Bei Daniela Molzbichler laufen die Fäden vieler Initiativen und Projekte zusammen. „Wir müssen aktiv und Schritt für Schritt daran arbeiten, dass sich etwas ändert“, will sie möglichst viele Menschen ins Boot holen. 

Daniela Molzbichler erledigt ihre Wege meist mit dem Fahrrad oder mit der Bahn, seit ihrem 13. Lebensjahr isst sie kein Fleisch, beim Einkaufen schaut sie bewusst auf Regionalität. Sie ist Mitglied bei S4F (Scientists for Future) Salzburg und hat mit Kolleg*innen an der FH die Austauschplattform FHSustain ins Leben gerufen. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sie sich für Gleichberechtigung, Friedenssicherung und nachhaltige Entwicklung. Sie brennt für Kreislaufwirtschaft und Umwelt- und Klimaschutz. Und damit war sie die Idealbesetzung für die neu geschaffene Stelle der Nachhaltigkeitsbeauftragten der Fachhochschule Salzburg. Mit viel Herzblut und Engagement treibt sie die Dinge voran. Ihr Lieblingszitat stammt von der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: „Für Pessimismus ist es zu spät. Wir können uns Pessimismus nicht leisten, denn er lähmt. Es geht darum, aktiv daran zu arbeiten, dass sich etwas ändert.“ 




warum!

Wie kann das an einer Fachhochschule gehen? 

Molzbichler

Unsere Grundpfeiler sind die von den Vereinten Nationen formulierten Sustainable Development Goals (SDG), auch wenn wir diese selbstverständlich kritisch hinterfragen. An der FH Salzburg versuchen wir Lehre, Forschung, Wissenstransfer und Verwaltung danach auszurichten. 

Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit rücken immer mehr ins Zentrum unserer Forschungsaktivitäten. Darüber hinaus sind wir als erste Fachhochschule in Österreich Mitglied des UniNEtZ II – einem bundesweiten Projekt heimischer Universitäten und Hochschulen, die gemeinsam die Nachhaltigkeitsziele vorantreiben. Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Lehre und Forschung sowie ein regelmäßiger Austausch mit Entscheidungsträger*innen, welche Transformationsprozesse aus wissenschaftlicher Perspektive als notwendig erachtet , sind dabei wichtige Elemente.
warum!

Wo hat das Thema in der Lehre Platz? 

Wir möchten, dass sich alle Studierenden im Laufe ihrer Ausbildung mit Nachhaltigkeit beschäftigten. Für alle Erstsemestrigen der Masterstudiengänge gibt es deshalb das Symposium „Ethik & Nachhaltigkeit“, für alle erstsemestrigen Bachelorstudierende das Symposium „Change.Climate.Resilience“. Im Frühjahr hatten wir erstmals die Nachhaltigkeitswoche „Beyond the Plate“ – ein Blick über den eigenen Tellerrand. Die zweite Auflage findet im November statt. Wir wollen fächerübergreifend Impulse geben, zu Diskussionen anregen und vernetzen. Bei immer mehr Studiengängen wird die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Transformationsprozessen intensiviert – ein Besuch auf unserer Website zahlt sich jedenfalls aus. 

warum!

Warum braucht die Fachhochschule eine Nachhaltigkeitsbeauftragte? 

Es war ein logischer Schritt, um die vielen Initiativen und Projekte im Haus sichtbarer zu machen, zu vernetzen und stärker zu verankern. Eine meiner ersten Aktivitäten war, aufzuzeigen, was schon getan wird und wo wir noch Luft nach oben haben. Auch regionale und internationale Vernetzungen sind dabei essentiell. Ein aktuell wichtiger Aspekt ist die Erarbeitung einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie für unsere Tätigkeiten. 

warum!

Wo gibt es schon Erfolge? 

Von der Erweiterung unserer Photovoltaik-Anlagen in Urstein und Kuchl bis hin zu unserer erreichten Aktion gemeinsam den Energiebedarf um zehn Prozent zu senken. Im Bereich Mobilität wird das Klimaticket Salzburg für Mitarbeiter*innen gefördert und im Rahmen einer FH-weiten Umfrage zu Nachhaltigkeit haben mehr als 43 Prozent aller Mitarbeiter*innen teilgenommen. 225 Ideen und Vorschläge wurden dabei gesammelt, die wir in die neue Strategie mit aufnehmen werden. Es sind viele kleine Maßnahmen, die zusammen einiges bewegen können. Jeder von uns kann etwas beitragen, wir sind – wie Helga Kromp-Kolb sagt - Teil der Lösung.