Auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule

Die Fachhochschule Salzburg hat in den vergangenen Monaten intensiv an ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet. Ein wichtiger Grund: Die Entscheidungsträger*innen von morgen, die hier ausgebildet werden, sollen fit für eine klimaneutrale Zukunft sein. Sie sollen den notwendigen Transformationsprozess aktiv mitgestalten können.

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Den Kopf in den Sand zu stecken, geht angesichts der Auswirkungen der Klimakrise nicht. „Wir müssen uns dem Transformationsprozess hin zu ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit proaktiv stellen“, ist Daniela Molzbichler, Nachhaltigkeitsbeauftrage der Fachhochschule Salzburg, überzeugt. Sie setzt sich mit viel Engagement für nachhaltige Entwicklung ein. Gemeinsam mit dem Team im FH-Kollegium und der Taskforce Sustainability hat sie in den vergangenen Monaten intensiv an einer Nachhaltigkeitsstrategie für die FH Salzburg gearbeitet.

„Als Hochschule haben wir eine besondere Verantwortung. Wir bilden die Entscheidungsträger*innen von morgen aus. Das können wir nur glaubwürdig tun, wenn wir in allen unseren Bereichen Nachhaltigkeit tatsächlich leben“, begründet Dominik Engel, Rektor und Geschäftsführer der FH Salzburg, warum auch für ihn das Thema so einen hohen Stellenwert hat. Das Ziel ist klar: „Wir wollen eine klimaneutrale Hochschule werden und damit unserer Vorreiterrolle gerecht werden“, sagt Engel.

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„Wir wollen eine klimaneutrale Hochschule werden und damit unserer Vorreiterrolle gerecht werden“

Dominik Engel

In Netzwerken voneinander lernen

Basis für die Nachhaltigkeitsstrategie der FH Salzburg sind die 17 Sustainable Developement Goals (SDG) der Vereinten Nationen sowie nationale und internationale Standards und Umsetzungsempfehlungen. Mit ihren Bemühungen ist die FH Salzburg Teil eines großen Netzwerks. So ist sie österreichweit als einzige Fachhochschule Mitglied im UniNEtZ II (2022-2025), einem Zusammenschluss von Wissenschafter*innen, Künstler*innen und Studierenden, die sich für die Transformation von Hochschulen als Wegbereiter*innen gesellschaftlicher Nachhaltigkeit einsetzen. Beim Bündnis Nachhaltiger Hochschulen ist die FH Salzburg seit 2024 Mitglied. Bei all diesen Netzwerken geht es darum, voneinander zu lernen und gemeinsam das Thema voranzutreiben. 

Die FH Salzburg ist Mitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen (BNH)

Die FH Salzburg ist Mitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen (BNH). Im Bild: Obfrau Bündnis Nachhaltige Hochschulen Elisabeth Steiner (FH Campus Wien), Nachhaltigkeitsbeauftragte der FH Salzburg Daniela Molzbichler, FH Rektor und Geschäftsführer Dominik Engel.

Sechs Handlungsfelder

In sechs Handlungsfeldern hat die FH Salzburg die Ziele, die sie mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030 erreichen will, definiert:

  • Für nachhaltige Entwicklung lehren und lernen

  • Nachhaltigkeitsorientierte Forschung stärken

  • Campus Vision – Student Edition

  • Hochschulbetrieb und Mobilität

  • Sustainability in People & Culture

  • Kommunikation für nachhaltige Entwicklung


Vielfältige Herausforderungen, bei denen es um CO2-Reduktion ebenso geht wie um fairen Einkauf, Gleichbehandlung oder diverse Teams. „Wir können auf viel aufbauen“, sagt Molzbichler mit Stolz. So ist in der Lehre Nachhaltigkeit bereits sehr gut verankert. Für Bachelor-Studierende wird einmal jährlich das Symposium „Change.Climate.Resilience“ organisiert. Über 400 Erstsemestrige wurden heuer damit im November erreicht. Für Master-Studierende unterstützt das Format „Ethik & Nachhaltigkeit“ den fächerübergreifenden Austausch. Außerdem fördert ein von der Arbeiterkammer Salzburg gestiftetes Stipendium Bachelor- und Masterarbeiten zu Nachhaltigkeitsthemen. Aber es geht noch mehr: Eines der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie in der Lehre lautet, dass mittelfristig jedes Curriculum eine bestimmte Anzahl ECTS-Punkte rund um Nachhaltigkeitsthemen beinhalten soll.

Forschung an nachhaltigen Lösungen

In den Forschungsschwerpunkten der Departments – Applied Health Innovation, Future Service Industries, Human-Centered Technologies & Design, Social Innovation sowie Sustainable Materials and Technologies – werden innovative und nachhaltige Lösungen entwickelt. Diese Forschungsthemen sind eng mit der Lehre verknüpft und bieten Studierenden die Möglichkeit, an ausgewählten interdisziplinären Projekten mitzuwirken. Ziel ist es, die vorhandenen Kompetenzen weiter auszubauen und Synergien zwischen Forschung und Ausbildung zu nutzen.

Zu den Forschungsprojekten

Vorrang für Rad, Bus und Bahn

Energie aus erneuerbaren Quellen – verankert im Handlungsfeld Hochschulbetrieb und Mobilität – wurde in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Das Potenzial für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden der FH wurde schon stark ausgeschöpft. Was die Mobilität anbelangt, gibt es aber noch viel zu tun. Eine Umfrage unter Mitarbeiter*innen, Studierenden und externen Lehrbeauftragten zeigte, dass im Sommersemester das Fahrrad von neun Prozent der Mitarbeiter*innen und Lehrenden und von sechs Prozent der Studierenden für die Wege von und zur FH Salzburg verwendet wird. Bus und Bahn nützen 38 Prozent der Studierenden, 32 Prozent der Mitarbeiter*innen und 24 Prozent der externen Lehrenden. Hier gibt es noch viel Potenzial. Studien und Analysen zeigen konsistent: Die Mobilität ist ein zentraler Hebel für Klimaneutralität – auch für Hochschulen.

Studierende stark einbinden

Die Studierenden haben in der Nachhaltigkeitsstrategie ein eigenes Kapitel, um ihre Schwerpunkte zu definieren. Neben Themen wie Mobilität sind dabei auch soziale Aspekte oder psychische Gesundheit im Fokus.

Nachhaltigkeit geht nur gemeinsam

Die FH Salzburg habe auch eine wichtige Vorbildfunktion, ist Engel überzeugt: „Langfristige Erfolge werden wir nur erzielen, wenn sich jede und jeder für die Transformation hin zu ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit zuständig fühlt.“ Die in der Strategie definierten Veränderungen müssten jeden Tag mit Leben gefüllt werden. Im November hatten deshalb alle Mitarbeiter*innen und Studierenden die Möglichkeit, sich im Rahmen des Greenovation Summit mit ihren Ideen und Wünschen in die Nachhaltigkeitsstrategie einzubringen. Mehr als 400 Studierende und circa 200 Mitarbeitende haben sich aktiv beteiligt. Im Frühjahr 2026 wird die Strategie veröffentlicht, die bis 2030 die Ziele vorgibt. Ein erster Nachhaltigkeitsbericht, der die aktuellen Stärkefelder und Herausforderungen an Hand von Kennzahlen zeigt, ist für das Wirtschaftsjahr 2024/25 in Arbeit.

Studierende mit Fahrrad_Kuchl
Key Visual Greenovation Summit

Glossar der Nachhaltigkeitsbegriffe

Glossary

An der FH Salzburg verstehen wir Nachhaltigkeit als Querschnittsthema, das alle Bereiche unseres Handelns prägt: von der Lehre über die Forschung bis hin zum Campusleben. Damit wir gemeinsam an einem Strang ziehen, ist es wichtig, zentrale Begriffe klar zu definieren. Dieses Glossar bietet einen Überblick über die Schlüsselkonzepte, die unsere Nachhaltigkeitsstrategie leiten. Es zeigt, wie diese Begriffe zusammenhängen und welchen Fokus sie haben.

Zusammenhänge auf einen Blick

  • Nachhaltigkeit = Ziel/Zustand → dauerhaft tragfähige Systeme

  • Nachhaltige Entwicklung = Prozess/Mittel → Maßnahmen, um Nachhaltigkeit zu erreichen

  • BNE = Bildung für nachhaltige Entwicklung → befähigt Menschen, aktiv zu handeln

  • GCE = Globale Bürgerschaft → befähigt Menschen, verantwortungsvoll und global gerecht zu handeln

Nachhaltigkeit (Sustainability)

  • Bedeutung: Ein Zustand, bei dem natürliche, ökonomische und soziale Systeme langfristig tragfähig sind.

  • Fokus: Ziel/Zustand – Wo wollen wir hin?

(Quelle: Brundtland-Bericht, 1987; Kates et al., 2005)

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development)

  • Bedeutung: Ein Prozess, der darauf abzielt, diesen nachhaltigen Zustand zu erreichen.

  • Fokus: Handlung/Prozess – Wie kommen wir dorthin?

(Quelle: Brundtland-Bericht, 1987; Sachs, 2015)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE / Education for Sustainable Development, ESD)

  • Bedeutung: Bildung, die Wissen, Fähigkeiten und Werte vermittelt, um nachhaltige Entwicklung aktiv zu gestalten.

  • Fokus: Handlung/Prozess – Wie können Menschen zur Nachhaltigkeit beitragen?

(Quelle: UNESCO, 2014; Wiek et al., 2011)

Global Citizenship Education (GCE / Globale Bürgerschaft)

  • Bedeutung: Bildung, die Menschen befähigt, als weltbewusste Bürger*innen globale Herausforderungen verantwortungsvoll zu gestalten.

  • Fokus: Haltung & Handlung – Wie kann ich als Weltbürger nachhaltig und gerecht handeln?

(Quelle: UNESCO, 2015; Oxley & Morris, 2013)