Tansania2024-180

Forschungsprojekte: Lebenswerter Alpenraum

Vom Studium zur gelebten Verantwortung

Wenn Lorenz Geroldinger über den von ihm mitgegründeten Verein Moyo Elimu spricht, spürt man sofort die Leidenschaft, die ihn antreibt. Der FH Salzburg-Student im Studiengang Innovation and Management in Tourism beschäftigt sich nicht nur theoretisch mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung – er lebt sie. Gemeinsam mit seinem Freund Laurin Lackner-Walz gründete er 2022 den Verein, der sich seither auf vielen Ebenen für Bildungschancen in Tansania einsetzt.

Nach dem Sozialdienst in Tansania kehrte sein Freund Laurin mit der Idee zurück, Spenden für eine neue Schulküche zu sammeln. Was als Spendenaktion für die Schulküche begann, entwickelte sich zu einem umfassenden Bildungsprojekt. Der bisher größte Meilenstein des jungen Teams war die Eröffnung einer eigenen Volksschule außerhalb der Metropolregion Arusha: die Moyo Primary School im Massai-Dorf Mbararwai. Seither finanziert der Verein sieben lokale Arbeitsplätze und sorgt für den Bau neuer Klassen- und Sanitärräume. „Wir wollen nachhaltig investieren – nicht nur Gebäude errichten, sondern Zukunft schaffen“, betont Lorenz, der sich auch persönlich schon ein Bild vor Ort gemacht hat.

Neben dem Schulausbau setzt der Verein auf sauberes Trinkwasser: Ein Pilotprojekt brachte vergangenes Jahr 50 Wasserfilter in das Dorf, das rund 2.000 Menschen zählt. „Ohne Projektkoordinator*innen vor Ort wären all diese Projekte natürlich nicht möglich. Transparenz und lokale Zusammenarbeit sind uns extrem wichtig“, erklärt Lorenz. Die Projektkoordinatorin Nancy Nashilu Mtei vor Ort, die aus Tansania stammt, hält den Kontakt zu den lokalen Behörden, vermittelt, überwacht und koordiniert die Bauprojekte.

Themen wie soziale Nachhaltigkeit, Chancengleichheit und Armutsbekämpfung sind auch zentrale Inhalte von Lorenz‘ Tourismus-Studium an der FH Salzburg. „Ich sehe Parallelen zwischen Tourismus und Entwicklungsarbeit. In Tansania ist die Kehrseite des Overtourism deutlich sichtbar. Viel zu oft profitieren die Toursmisanbieter aus dem Ausland, während die lokale Bevölkerung kaum etwas von den Gewinnen sieht“, erzählt er. Mehr Bildung, vor allem im ländlichen Raum, soll hier gegensteuern helfen.

Heute sind sieben junge Salzburger*innen im Verein Moyo Elimu ehrenamtlich engagiert, der rund 200 Mitglieder zählt. Der Mitgliedsbeitrag von 50 Euro pro Person und Jahr deckt vor allem die Fixkosten wie Lehrer*innengehälter und die Wartung der Wasserfilter ab. Infrastrukturprojekte werden durch private Spenden finanziert. „Ein faires Lehrer*innengehalt beträgt etwa 80 Euro im Monat – das zeigt, wie viel man mit relativ „wenig“ bewirken kann“, sagt Lorenz.

Wer Lorenz und den Verein Moyo Elimu unterstützen möchte, findet alle Infos unter www.moyo-elimu.com