FH-Researcher Nedžad Moćević Teil des Kernteams


50 Menschen, 25 Millionen, 1 Entscheidung. Mit diesem „Slogan“ startet das von der Millionenerbin Marlene Engelhorn initiierte Projekt „Guter Rat“. Auf der einen Seite die Erbin, die sich für eine gerechtere Steuerpolitik einsetzt, auf der anderen 50 zufällig ausgewählte Personen, die Österreich in Miniatur repräsentieren und dieses Erbe (bzw. einen Teil davon) gerecht verteilen sollen. Und mittendrin steht Nedžad Moćević, Researcher an der FH Salzburg, der als Teil des Moderationsteams vermittelt, unterstützt und durch die Workshops in Salzburg führt.

Nedžad Moćević kennt sich aus mit Extremismus und Interkulturalität. Als Österreicher mit bosnischen Wurzeln ist er neben seiner Tätigkeit an der FH als Fortbildner der Beratungsstelle Extremismus sowie als selbstständiger Trainer und Berater im Bereich Interkulturalität und Diversität aktiv. Zum Projekt „Guter Rat“ führte – wie so oft – der Zufall: Über eine Bekannte in Wien wurde er wegen seiner Kompetenzen bei der Begleitung von Organisationsprozessen an das Team rund um Marlene Engelhorn vermittelt. Bei den insgesamt sechs Terminen unterstützt er seit März die 50 Personen, die aus 10.000 zufällig ausgewählten Bürger*innen ausgesucht wurden, um über die Rückverteilung von 25 Millionen Euro zu entscheiden. Die Personen stellen eine Art „Mini-Österreich“ dar, betreffend Alter, Geschlechtsidentität, Bildung, Wohnort, Migrationshintergrund und einiger weitere Merkmale. Um allen eine gleichberechtigte Mitarbeit zu ermöglichen, sind Simultandolmetscher*innen für Fremdsprachen und Gebärdensprache vor Ort. Das Projekt ist mittlerweile in der Halbzeit angelangt, drei von sechs Treffen in Salzburg sind vorbei.

„Dieses Projekt bringt zwei sehr wichtige Themen zusammen, die grundsätzlich zusammen gedacht werden müssten: Ungleichverteilung und Demokratie. Außerdem sind das zwei Felder, die mich persönlich und beruflich interessieren. Es ist eine Ehre, bei dem ersten Projekt dieser Art in Österreich dabei zu sein“, betont Nedžad.

Neben dem aktuellen Projekt „Guter Rat“ ist Nedžad als Researcher an der FH Salzburg vor allem an internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die sich den Themen Extremismusprävention und Demokratiebildung widmen. Außerdem engagiert er sich im Friedensbüro Salzburg, in der Beratungsstelle Extremismus und ist Mitgründer des Projekts YELP (Young Entrepreneur Leadership Program), ein Kooperationsprojekt zwischen der FH Salzburg und dem Bildungszentrum Lernprofi. Auch bei YELP setzt er sich für eine gerechtere Verteilung von Wissen ein, in dem Fall für die Vermittlung von Wirtschaftskompetenz vor allem für weniger privilegierte Jugendliche. „Wirtschaftskompetenz soll statt einer ‚Hürde‘ zu einer ‚Ressource‘ für sozialen Aufstieg werden. Dabei möchten wir bei denen ansetzen, die diese Fähigkeit am schwersten erlangen“, erklärt der Gründer. Für ihre Idee konnte sich das Projektteam 2021 über die MEGA-Bildungsstiftung eine Startförderung über 200.000 Euro sichern. Diesen Sommer schließt bereits der zweite Jahrgang ab.