Die Erfinder


David Riedl und Laurenz Sutterlüty verfolgen eine Vision, die nicht nur von vielen geteilt, sondern auch dringend gebraucht wird: den Übergang von Öl- und Gasheizungen zu umweltfreundlichen Alternativen. Die beiden Ingenieure haben den Bachelor Smart Building am Campus Kuchl absolviert und im Studium die Idee der Heizungsumrüstung neu gedacht. Gleich nach dem Abschluss gründeten die beiden Tüftler das Unternehmen „EnerCube“ und erobern mit ihrem ersten Prototypen seit Anfang des Jahres die Immobilienwelt.

 „Der Studiengang Smart Building war der einzige Studiengang, der Nachhaltigkeit und Bauen damals in meinen Augen perfekt kombiniert hat“, erklärt Laurenz Sutterlüty, der für den berufsbegleitenden Bachelor jedes Wochenende von Vorarlberg nach Salzburg pendelte. Nach dem HTL-Abschluss arbeitete er im Bereich der Gebäudetechnikplanung, bevor er sich für das Studium entschied, bei dem er nebenbei weiterarbeiten und damit Theorie sowie Praxis verbinden konnte. Sein Gründungspartner David Riedl hingegen kommt aus Salzburg und hatte bis zum Studium bereits 19 Jahre Berufserfahrung gesammelt: unter anderem bei vielen produktionstechnischen und handwerklichen Tätigkeiten. 

Im Studium wuchs die Idee, den Heizungstausch – weg von Öl und Gas und hin zu grünen Alternativen – einfacher zu gestalten. „Wir wollten den Heizungstausch und die damit verbundenen komplexen langen Umrüstungen vereinfachen, vor allem mit Blick auf die Gebäude, bei denen es oft am kompliziertesten ist: nämlich große mehrgeschossige Wohngebäude“, erklärt David Riedl den Zugang.

Die Lösung? Ein komplett vorgefertigtes Wärmepumpenmodul, das einfach aufgestellt und leicht in das Heizungsnetzwerk integriert werden kann. Also quasi eine komplette Heizungsanlage, die aufgestellt und angeschlossen wird – und fertig. Ein halbes Jahr tüftelten sie am ersten Prototypen – klassisch erstmal in der Garage zuhause. Seit Jahresbeginn haben die beiden Ingenieure eine Halle in der Umgebung von Salzburg gemietet, wo sie die Produktionsstätte aufbauen. Geholfen hat ihnen in der ersten Phase der Entwicklung „preseed“ und „seedfinancing“ des Austrian Wirtschaftsservices (aws) sowie eine Forschungsförderung der FFG. Auch das FHStartup Center unterstützt die beiden bei ihrem Vorhaben. 

Laurenz Sutterlüty fasst den Vorteil ihres Systems gegenüber anderen Umrüstungssystemen so zusammen: „In alten Heizkellern ist meist gar nicht der Platz für die neuen, modernen Systeme vorhanden. Daher haben wir ein Modul entwickelt, das einfach außerhalb der Gebäude aufgestellt werden kann und damit eine serielle Methode zur Heizungsumrüstung für die Entschärfung des Fachkräftemangels bietet. Unser Produkt hat vor allem Potential in vielen Vorstadtgebieten, bei denen neben großen Mehrparteienhäusern der Platz für so ein Modul vorhanden ist. Ebenfalls lösen wir mit dem Modul die Schallproblematik durch den Einsatz eigens entwickelter Schalldämpfer. Bestandsgebäude mit Heizkörper und die Trinkwassererwärmung können wir mit unserer Systemkonfiguration hocheffizient abdecken1.“

Aber ist es wirklich so einfach? Ja, sagen die beiden Gründer, die bereits erfolgreich ein Modul in Donauwörth bei einem Zwölf-Parteien-Gebäude aus den 70er Jahren in Betrieb haben. Die beiden sind zuversichtlich, dass ihre Idee eines dieser Mosaiksteine auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft sein wird.