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Den Schmetterlingen nachschauen


Wir verbringen immer mehr Zeit vor großen und kleinen Bildschirmen. Das strengt die Augen an. Orthoptistin Ruth Resch hat einen Tipp, um den Augen zwischendurch Gutes zu tun. 

Die Schmetterlingsübung ist einfach und effektiv: Man schließt die Augen und stellt sich einen Schmetterling vor, der auf dem eigenen Finger sitzt. Dann streckt man die Hand ganz langsam aus und schaut – noch immer mit geschlossenen Augen – dem bunten Insekt nach, wie es immer weiter weggetragen wird und dann davonflattert. 

»Der Greifraum und die Augenbewegung sind gekoppelt. Dieser imaginierte, langsame Blick in die Ferne entspannt die Augen«, weiß Resch, Leiterin des Studiengangs Orthoptik

Sie empfiehlt die Übung auch Kindern, die – nicht erst seit Corona – immer mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen. »Man schaut auf einen Monitor anders, es entspricht nicht der natürlichen Augenbewegung«, so die Expertin. Der Blick ist sehr konzentriert, man zwinkert weniger, fordert die Augen durch ungewohnte Formate. »All das macht etwas mit dem Sehen«, betont Resch. »Wir beobachten, dass Kinder durch die Überlastung der Augen schlechter sehen. Das ist eine Folge des Dauerscharfstellens der Augen in der Nähe am Bildschirm. 

Umgekehrt triggert Bildschirmarbeit aber auch die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit, und damit Unscharfsehen für die Ferne.« Fortschreitende Kurzsichtigkeit steigert unter anderem das Risiko von Erkrankungen der Netzhaut des Auges und in weiterer Folge von Sehbehinderungen enorm. Was hilft? Mindestens zwei Stunden am Tag oder zehn Stunden pro Woche ins Freie gehen und damit den Augen die Chance geben, natürliche Bewegungen zu machen. Wie etwa einem Schmetterling beim Fliegen zusehen.



Eine Atempause für die Augen. Die “Schmetterlingsübung” erzählt von Ruth Resch